Hitzacker/ Dorf

In einem Stadtteil von Hitzacker im Wendland haben wir ein Dorf gebaut. Wir, das sind ca. 70 Erwachsene und 20 Kinder, kommen aus Hamburg, Berlin, Hannover und dem Wendland, aus Syrien, den Niederlanden, Somalia, Afghanistan, Mexiko, Dänemark und Island.
Wir sind junge Menschen mit und ohne Kinder, Zugereiste und Geflüchtete, ältere Menschen in einem ausgewogenen Mix. In 12 Häusern mit 44 Wohnungen und vier Gewerbeeinheiten entsteht gerade eine Perspektive für Leben und Arbeiten im ländlichen Raum.
Wir haben zusammen eine Genossenschaft gegründet, um bezahlbaren, ökologischen Wohn- und Gewerberaum zu schaffen, dabei war und ist es uns ein Anliegen, dass alle, die mit uns wohnen und unsere Vision verfolgen, auch in unserem Dorf wohnen können. Wir leben zusammen in verbindlicher, solidarischer Nachbarschaft, entscheiden gemeinsam und verwalten die Genossenschaft basisdemokratisch.
Damit unser soziales, interkulturelles, buntes, diverses Mehrgenerationendorf in die Zukunft gehen kann, bedarf es eines Ortes des Austausches und der Begegnung und diesen Ort haben wir geschaffen mit unserem Gemeinschafts- und Gesundheitshaus. Hier kann praktische demokratische Gesellschaftsentwicklung stattfinden und in diesem Haus können wir unsere Vielfalt leben und lernen diese zu achten und wertzuschätzen. Und gerade hier kann Begegnung und Vernetzung mit Menschen aus der Umgebung geschehen.
Damit verstehen wir uns als Dorf der Zukunft, in dem Menschen in ihrer Vielfalt friedlich miteinander leben können.

Standort: 29456 Hitzacker

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Allgemeine Projektinformationen

Anzahl der Bewohner/innen: ca. 70 Erwachsene und 20 Kinder
Altersspanne bis: 82
Eigentümer/in; Projektträger/in, Vermieter/in: Hitzacker/ Dorf eG
Projektlage: Kleinstadt
Rechtsform des Projekts/Organisationsstruktur: Neu gegründete Genossenschaft; wohnungsbezogene Pflichtanteile
Rechtsform: zusätzlich Solidaranteile möglich, die Genossenschaft ist basisdemokratisch organisiert

Gebäudeart und -nutzung

Gebäude: Neubau
Bauliche Umsetzung der Gemeinschaft: Siedlungs-/Nachbarschaftsverbund (benachbarte Häuser/ Wohnungen nicht in einem Haus)
Anzahl Wohneinheiten gesamt: 44
Größe der Wohneinheiten in qm: 30
bis qm: 150
Anzahl unter 50 qm: 14
Anzahl 50 bis 80 qm: 18
Anzahl über 80 qm: 12
davon rollstuhlgerecht nach DIN 18040-2 R: 1
davon barrierefrei nach DIN 18040-2: 12
zusätzliche Gewerbeeinheiten: ja

Vorhandene Gemeinschaftseinrichtungen

Gemeinschaftsraum: ja
Gästewohnung/-zimmer: ja
Weitere Gemeinschaftseinrichtungen: FoodCoop, Gemeinschafts- und Gesundheitshaus, Wasch- und Baderäume, Autofrei, Mobilitätskonzept, Hobbywerkstätten (in Planung), Gewerbe, ambulant betreute Pflege WG (in Planung), Spielplätze

In Anspruch genommene Förderungen

- Nds. Förderprogramm Wohnen und Pflege im Alter: ja
Förderung: KfW 40

Projekt-Schwerpunkte

- (Auch) für Menschen mit geringem Einkommen: ja
Finanzierung: Über Einlagen wird der Eigenanteil an den Mietwohnungen als Kreditsicherheit eingeworben. Der Kredit refinanziert sich durch die Mieten. Für Menschen, die sich keine Einlage leisten können, wirbt die Genossenschaft Solidaranteile ein. Ein Teil der Kosten wurde über Eigenleistungen erbracht.
- Anderer Schwerpunkt: ja
Schwerpunkt: Nachhaltiges Bauen und Leben, Interkulturell
Umsetzung des Schwerpunkts/der Schwerpunkte:

Hitzacker Dorf ist ein genossenschaftlich organisiertes Vorhaben. Es versteht sich als Labor und Testfeld zur Entwicklung zukunftsfähiger, ländlicher Lebensräume. Wir forschen über CO2 neutrale Mobilität, gemeinschaftliche Wege bei der Energieversorgung und gartenbaulichen Aktivitäten, klare basisdemokratische Selbstverwaltung. Die Baukultur stellte sich erfolgreich der Herausforderung, baubiologisch und bezahlbar zu bauen.
Mehrgenerationen-Wohnen: Der Fokus auf 55+ erscheint uns nicht zielführend. Eine gut durchmischte Altersstruktur ist unabdingbar für ein gelingendes Gemeinwesen. Der demografische Wandel ist differenziert zu betrachten. Ein 60 Jähriger unterscheidet sich wesentlich von einem 85 Jährigen.

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